Green events

Die Initiative trägt zu den folgenden SDGs bei:

Stell dir vor du organisierst ein Fest für deinen Musikverein und verzichtest zu 100% auf Plastikgeschirr, kaufst die Lebensmittel bei den regionalen LandwirtInnen und versuchst die BesucherInnen zur Anreise ohne Auto zu animieren. Was wäre, wenn die BesucherInnen begeistert wären und die Umstellung auf ein „Green Event“ auf mehreren Ebenen auch noch gewinnbringend ist?

Green Events – sprich grüne Veranstaltungen – haben nichts mit Parteifarben zu tun, sondern sind ganz einfach Veranstaltungen, bei denen auch an die Zukunft gedacht wird. Ist es nicht endlich Zeit sich bei den Festen von Kracherln in Plastikflaschen zu verabschieden und stattdessen Pfandglas zu verwenden? Bei einem Green Event kann auch den BesucherInnen recht gut gezeigt werden, dass ein nachhaltiger Lebensstil überhaupt kein Genussverzicht ist.

Bei einem Blick auf die Maßnahmenliste eines Green Events  wird mancher Veranstalter sich denken: „Da samma eh scho guad dabei!“. Super sehr gut, vielleicht gibt‘s auch noch offene Fragen oder Punkte, wo sich noch Verbesserungen machen lassen. Wer Interesse an einer Auszeichnung als Green Event hat, meldet sich am besten direkt beim Klimabündnis OÖ: https://www.klimakultur.at/beratung-zertifizierung/. Hier findet sich die Möglichkeit zur kostenlosen Beratung und Unterstützung bei der Green Event Förderung für Vereine und Initiativen.

Biogenuss-Markt Vöcklabruck (Foto: Elke Holzmann)
Marktfest Regau (Foto: Bürgerkorpskapelle Regau)
Wiesenfest Lebenshilfe (Foto:Lebenshilfe Vöcklabruck)

In unserer Region haben bereits viele Veranstaltungen als Green Event stattgefunden, zum Beispiel die „Gartenroas“ in Frankenburg oder das gesamte hauseigene Programm im OKH Vöcklabruck. Hier kommt als Beispiel die Umsetzung des Blasmusitag in Regau 2019, erzählt von Claus Pohn:

„Die italienische Nacht und der Blosmusisonntag sind das traditionelle Dorffest der Bürgerkorpskapelle Regau. Im Juli 2019 besuchten ca. 800 Freunde und Gönner der Musikkapelle dieses Fest. Unser Anliegen war es eine Kooperation mit den örtlichen und umliegenden Landwirten zu erreichen. Wir haben auf Qualität der Lebensmittel geachtet und keine Billigware von Großhändlern gekauft.

Es wurde regional, biologisch und auf kurze Anlieferungswege geachtet. Das Fest liegt zentral in Regau und ist dadurch verkehrstechnisch erreichbar. Am Sonntag wurden den BesucherInnen ein alkoholfreies Getränk für die Anreise mit dem Fahrrad angeboten.

Soweit wie möglich wurden biologische Lebensmittel und Getränke verkauft. Vor allem wurde der Einkauf in Regau oder in den Nachbargemeinden getätigt. An beiden Tagen wurden fleischfreie Speisen angeboten. Des Weiteren wurden Fairtrade Produkte (z.B.: Kaffee) gekauft.

Es wurde Mehrweggeschirr in Form eines Geschirrmobiles verwendet. Es wurden keine PET-Flaschen gekauft und nur Produkte in Glasflaschen oder Großgebinden. Auf Mehrwegverpackungen wurde verzichtet. Die Abfalltrennung wurde mit extra Mülltonnen durchgeführt und von der Firma AVE entsorgt.

Die Vereinszeitung und die Plakate für die Vorankündigung wurden auf recyclebarem Papier gedruckt. Es wurden keine Flyer und Fremdplakate im Festzelt verteilt. Die Green-Event-Info wurde in der örtlichen Gemeindezeitung durchgeführt. Mit Bericht der Ortsbäuerinnen und einem Fotoshooting zur Unterstreichung der Regionalität. Des Weiteren wurde Werbung in den regionalen Lokalnachrichten geschaltet.

“Fahr nicht fort, kauf im Ort“ sollte nicht nur eine Schlagzeile sein, sondern vielmehr gelebt werden.
Wir haben zu unserem Fest eingeladen und die BesucherInnen konnten sich über die ganze Vielfalt an biologischen, regionalen und fairen Lebensmitteln aus Regau und ihrer Umgebung überzeugen. Durch das Konsumverhalten jedes einzelnen stärken wir die Wertschöpfung und die Arbeitsplätze bei unseren Bauern und Verarbeitungsbetrieben aus unserer Heimatgemeinde und unsere regionalen Nahversorger bleiben somit erhalten. Unsere Bäuerinnen und Bauern aus Regau: Bio, saisonal und regional ist optimal!

Es war schon eine erhebliche Umstellung von einem „normalen Fest“ zu einem „Green Event“. Geschirrabwaschen, Mülltrennung und neue Ideen für Getränke und Speisen haben gut funktioniert.
Bei den Besuchern ist es durchwegs positiv angekommen. Speziell die Kooperation mit den örtlichen Bauern hat uns viele positive Rückmeldungen beschert. Auf jeden Fall planen wir in den nächsten Jahren wieder ein Green Event.“

Auch die Landjugend hat in Oberösterreich einen grünen “Festlratgeber” gestaltet und versucht ihre Veranstaltungen vorrangig als “Green Events” zu organisieren.

"Gewinn" für Veranstalter

Qualität und Klimaschutz geben sich oft die Hand: Wer auf regionale, saisonale und biologische Produkte setzt, steigert das Wohlbefinden bei den Gästen und gleichzeitig die Wertschöpfung vor Ort.

Kostensparend

Wer auf Mehrweg-Gebinde setzt und anfallende Abfälle trennt, spart Ressourcen und Entsorgungskosten.

Vorbild sein

Was sich im Großen bei einer Veranstaltung realisieren lässt, geht erst recht im Kleinen Zuhause: Die Vorbildwirkung von Green Events ist eine Große – auch für andere VeranstalterInnen.

Weitere Infos
Ansprechpartner

Klimabündnis OÖ – Klimakultur
Richard Schachinger

Adresse

Südtirolerstraße 28/5
A-4020 Linz

Kontakt

Telefon: +43 732 772652-17
Email: richard.schachinger@klimabuendnis.at

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