Energie-Gemeinschaften in der Region Vöckla-Ager

Energie-Gemeinschaften in der Region Vöckla-Ager


Keine Abhängigkeit mehr von teuren Erdölimporten, keine Angst mehr vor Gaskrisen – stattdessen saubere Energiegewinnung aus Sonne, Wind, Wasser und Bioenergie aus der Region. 105 österreichische KEMs verfolgen genau dieses Ziel. Die KEM Vöckla-Ager mit 21 Mitgliedsgemeinden konzentriert sich zu Zeit auf dieses aktuelle Thema. Verantwortlich für die Umsetzung der Projekte ist hierbei die Modellregionsmanagerin Sabine Pommer.

Strom aus der Region
Die Corona Pandemie hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, die Versorgung mit wesentlichen Gütern im eigenen Land zu haben. Das gilt auch für die Energieversorgung. Die Klima- und Energiestrategie der Bundesregierung #mission 2030 setzt sich zum Ziel, innerhalb der nächsten 9 Jahre die Stromversorgung in Österreich auf 100% erneuerbare Energie umzustellen. Hier wird auch die Photovoltaik einen großen Anteil leisten.

Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) und Erneuerbare Energie-Gemeinschaften (EEG)
Hinter dieser etwas sperrigen Formulierung steht ein ganzes Gesetzes-Paket, welches am 7. Juli im Parlament beschlossen wurde. Für uns sind speziell die „Erneuerbare Energie-Gemeinschaften“ interessant. Erstmalig wird uns damit ermöglicht, den Überschuss Strom der PV Anlage dem Nachbar zu liefern / zu verkaufen und nicht wie bisher notwendigerweise dem Stromlieferanten.

Was bringt das?
Strom, der aus dem Netz bezogen wird, kostet mit allen Nebengebühren ca. 20 ct/kWh. Für das Einspeisen von Überschussstrom erhält man üblicherweise zwischen 4 und 7 ct/kWh. Je nach Vertrag und Strom-Lieferanten. Trifft man sich hierbei „in der Mitte“ dann haben sowohl der PV-Anlagen Betreiber als auch der Nachbar einen Vorteil. Der eine erhält mehr für seinen Strom, der andere hat einen günstigeren Bezugspreis. Somit ergibt sich eine echte Win-Win-Situation!

Kabeln zum Nachbarn verlegen?
Nein! Das Modell der Erneuerbaren-Energie Gemeinschaften ist ein rechnerisches Modell. Das funktioniert auch bei bereits bestehenden Anlagen und es müssen hierfür keine technischen Umbauten oder Ergänzungen durchgeführt werden.

Gibt es sowas in Zukunft auch bei uns?
Ganz bestimmt! Wichtig ist hierbei, dass sich genug Interessenten finden. EEGs können viele und unterschiedliche Teilnehmer haben. Privatpersonen ebenso wie Gastronomie und Gewerbe und natürlich wird auch die Gemeinde ein Teil der Energiegemeinschaft werden. Wir sind überzeugt davon, dass größere Projekte für alle Beteiligten ein Vorteil sind. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen dann schreiben sie uns. Unabhängig davon ob sie auf der Suche nach günstigem Sonnenstrom oder auf der Suche nach Abnehmern für ihren Überschussstrom sind.

Erste EEG im Bezirk Vöcklabruck startet mit Jahreswechsel in Gampern
Die wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile einer EEG wollen einige Bewohner der kleinen Ortschaft Haunolding in Gampern möglichst bald nutzen. Dafür wurde bereits unter der Initiative von Thomas Hochleitner eine Informationsveranstaltung abgehalten und der Verein “Energiegemeinschaft Haunolding” gegründet. Die für die Umsetzung der EEG notwendigen Verträge werden aktuell gemeinsam mit dem Netzbetreiber ausgearbeitet. Mit Jahreswechsel soll die Energiegemeinschaft Haunolding als Pilotprojekt den Betrieb aufnehmen und unter Begleitung der KEM Vöckla-Ager Erfahrungen für weitere Energiegemeinschaften sammeln. Bei Fragen zur Gründung und zum Betrieb von EEGs gibt Thomas Hochleitner gerne Auskunft. Der Kontakt kann über die Modellregionsmanagerin Sabine Pommer hergestellt werden.

Eine Batterie im Keller für meine PV-Anlage?
Das kommt darauf an. Wenn sie gleichzeitig Wert auf eine Notstromversorgung in ihrem Haus legen, dann kann es eine Überlegung sein. Sofern Sie mit der Batterie nur den Eigenverbrauch ihrer PV-Anlage erhöhen wollen dann rate ich Ihnen davon ab. „Rechnen“ wird sich die Batterie im Keller damit nicht. Besser wäre es, wenn sie das Geld für die Batterie als Anzahlung für ihr neues E-Fahrzeug nehmen und sie das E-Auto wann immer möglich mit PV-Überschuss-Strom laden. Das dient ihrer Geldbörse und auch der Netzstabilität. Und in naher Zukunft können sie ihren fahrbaren Speicher mit aktuell 60 kWh auch als Speicher für den am Tag gewonnen Sonnenstrom für den Nachtbedarf verwenden. Funktionierende Pilotprojekte gibt es schon, einige Automarken können und dürfen auch für dieses bidirektionale Laden verwendet werden.

Zu guter Letzt
Als KEM (Klima- und Energie-Modellregion) arbeiten wir intensiv an den Themen Klimaschutz und Energiewende. Werden auch Sie Teil dieser Bewegung. Wir freuen uns auf Sie.

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Mag. Sabine Pommer MSc, KEM Managerin

KEM Vöckla-Ager

4873 Frankenburg, Haselbachstrasse 16/4

Tel: 0660/7420691

Mail: pommer@kemva.at

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