Schulworkshops im Rahmen der Karikaturausstellung „Glänzende Aussichten“ in Schwanenstadt
Von 20. Oktober bis 7. November 2025 war in Schwanenstadt die Karikaturausstellung „Glänzende Aussichten“ von Misereor zu sehen. 99 Karikaturen zum Thema Klimawandel, Konsum und Gerechtigkeit regten zum Nachdenken an. Organisiert wurde die Ausstellung vom KWB und der Arbeitsgruppe Schöpfungsverantwortung.
Begleitend dazu organisierte die Klima- und Energiemodellregion Vöckla-Ager ein Workshop-Programm für Schulen. Insgesamt nahmen 390 Schüler:innen der Volkschule Schwanenstadt, der Musikmittelschule und der Sportmittelschule teil.
Die Workshops führten die Kinder und Jugendliche altersgerecht und spielerisch an das Thema Karikatur heran. Nach einer Einführung konnten sie selbst aktiv werden und eigene Skizzen zu Themen entwickeln, die ihnen besonders am Herzen lagen. Diese entstandenen Skizzen wurden ebenso in den Ausstellungsräumen präsentiert.
Wovon erzählen die Kinderzeichnungen?
Die Kinderzeichnungen zeigten eine bemerkenswerte Bandbreite gesellschaftlicher Wahrnehmungen. Passend zum Ausstellungsmotto standen Umweltfragen stark im Vordergrund: Müll an Land und im Meer, Plastikverschmutzung und Plastik in der Nahrungskette wurden häufig dargestellt. Auch die Themen Erderwärmung, Klimawandel und CO₂-Emissionen fanden breiten Ausdruck. Viele Kinder verliehen außerdem ihrer Sorge und Beobachtung Ausdruck, dass Erwachsene oft die Umwelt- und Klimathemen im Alltag nicht ernst nehmen oder widersprüchlich handeln.
Besonders ins Auge sprang auch Tierliebe und Tierschutz als zentrales Motiv. Hier wurde der Verlust von Lebensräumen – etwa durch Versiegelung, Verkehr oder Rodung von den Kindern aufgegriffen. Auch der Schutz von Haustieren und die Problematik der Überzüchtung wurden aufgegriffen. Aber auch menschliche Gesundheitsprobleme, wie der „Handynacken“ oder ungesunde Ernährung durch Fast Food oder das Rauchen tauchten häufig als Motive auf.
Viele Kinder rückten auch das soziale Miteinander in den Fokus. Ihre Skizzen beschäftigten sich mit Freundlichkeit, Rücksichtnahme, aber auch mit Mobbing. Ein Schüler malte seine Skizze von der Erde mit folgenden philosophischen Worten aus: „Desto netter die Welt ist, desto schöner ist die Welt.“
Mehrere Karikaturen richteten sich gegen mächtige Konzerne oder problematische Konsummuster – von Einwegplastik über intensiven Fischfang bis hin zu Werbemythen wie „Red Bull verleiht Flügel“. Auch Atomenergie wurde kritisch dargestellt.
Manche Kinder zeichneten bewusst düstere Zukunftsbilder: Tiere, die nur noch als seltene Sensationsfunde existieren, oder vollständig abgeholzte Wälder mit verzweifelten Wildtieren.
Und trotz der Ernsthaftigkeit vieler Motive entstanden – zum Glück – auch humorvolle Beiträge (z.B. Beiträge zu netten Wortwitzen).
Zusammenfassen lassen sich die Botschaften der Kinder und Jugendlichen am besten mit der Metapher, die ein Volkschulkind zeichnete, beschreiben: zwei Planeten nebeneinander, einer davon vermüllt mit trauriger Sonne, der andere sauber mit lächelnder Sonne – verbunden mit der klaren Botschaft: Wir haben die Wahl.
Die Workshops machten sichtbar, dass Karikaturen ein wirkungsvolles Mittel sind, um junge Menschen darin zu bestärken, ihre Wahrnehmungen, Hoffnungen und Sorgen kreativ auszudrücken und sich für Themen einzusetzen.


