Agenda 21 in der Region

Die Agenda 21 wurde im Jahr 1992 bei der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro als weltweites Programm für einen Kurswechsel in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung formuliert und von 178 Staaten –darunter auch Österreich  beschlossen.

Wörtlich übersetzt bedeutet agenda 21 “was es zu tun gibt im 21. Jahrhundert” (lat.).

In Kapitel 28 dieses Beschlusses erhalten die Gemeinden und Städte besonderes Gewicht. „Jede Gemeinde (jede Region) soll in einen Dialog mit ihren Bürger/innen, örtlichen Organisationen und der Privatwirtschaft eintreten und eine lokale Agenda 21, ein Leitbild für Nachhaltige Entwicklung, formulieren und umsetzen.”

Die Idee von Agenda 21 ist einfach: Nur wenn die kleinsten Einheiten – die Regionen, Gemeinden, lokalen Vereine, Organisationen und letztlich jede/jeder einzelne BürgerIn – konkrete Schritte zu einem achtsamen Umgang mit den Lebensgrundlagen setzen, ist und bleibt unsere Welt zukunftsfähig und gleichzeitig erhöht sich die Lebensqualität im eigenen Lebensumfeld.

Foto: RMOÖ

Agenda 21 Netzwerk Oberösterreich

In Oberösterreich gibt es seit 1998 das Agenda 21 Netzwerk Oberösterreich, dem sich seither 162 Gemeinden und 9 Regionen angeschlossen haben. Mehr als 15.000 BürgerInnen haben sich aktiv daran beteiligt und an den etwa 1.500 umgesetzten Projekten mitgewirkt.

Agenda 21 mocht Sinn, auch in der Region Vöckla-Ager

In der Region Vöckla-Ager sind/waren folgende Gemeinden in der Agenda 21 aktiv: Vöcklabruck, Timelkam, Rüstorf, Niederthalheim, Wolfsegg und Neukirchen an der Vöckla.

Die Gemeinde Timelkam startete 2020 als erste Gemeinde in Oberösterreich einen Agenda 21-Prozess, der sich speziell dem Thema Klimawandel auf lokaler Ebene widmet. Am Ende des Prozesses soll eine umfassende “Klimastrategie 2030” stehen, welche viele konkrete Umsetzungsmaßnahmen beinhaltet, die dazu beitragen sollen, das Pariser Klimaziel zu erreichen.

Wie in vielen anderen Städten stellen ein umfassender Strukturwandel in Handel und Wirtschaft und sich verändernde Lebens-, Mobilitäts- und Konsumgewohnheiten der Menschen auch die Vöcklabrucker Innenstadt vor große Herausforderungen. In einem Agenda 21 Bürgerbeteiligungsprozess wurden ab April 2019 ein ganzheitliches Gesamtkonzept und Maßnahmen erarbeitet, die zur Belebung der Innenstadt beitragen sollen. Aktuelle Projekte sind neben der partizipativen Planung einer Begegnungszone am Stadtplatz der Geschäftsgründungswettbewerb „Gründerherz“, der Aufbau eines Reperaturnetzwerks oder auch die Einführung eines einheitlichen Mehrweggeschirrs für die Vöcklabrucker Gastronomie.

Die Gemeinde Neukirchen an der Vöckla ist bereits seit 2006 im Agenda 21 Netzwerk aktiv. Zu Beginn standen u.a. Fragen der Nahversorgung im Mittelpunkt. Von 2013 bis 2019 hatte Neukirchen sogar eine eigene Gemeindewährung, die Vorbild für weitere ähnliche Initiativen in Österreich war. 2015 gründete sich die FoodCoop „Regionalspeis“, die zahlreiche Mitglieder mit lokalen und hochwertigen Lebensmitteln versorgt. Im Follow-Up Prozess seit 2017 standen u.a. folgende Projekte am Programm: eine Breitband-Offensive, Ausbau der Geh- und Radwege, eine ehrenamtliche Mittagsbetreuung der Volksschüler und ein umfassender partizipativer Planungsprozess zur Gestaltung des Ortskerns.

Niederthalheim entwickelt sich mit der Agenda 21 (ab 2013)  zur „Wunschwohnortgemeinde“ und setzt Maßnahmen für zentrumsnahes Wohnen, Energieprojekte und Mobilitätsinitiativen um.

Rüstorf gründet 2015 die aus dem Agenda 21-Prozess entstandene FoodCoop „Gutes von Dahoam“ sowie die Theatergruppe „Lachkrampf“.

Wolfsegg setzt auf das Thema „Willkommenskultur“ und arbeitet an einem Gemeindeentwicklungskonzept zur Vorbereitung der OÖ. Gartenfestivals 2023.

Beteiligung

In Agenda 21 Prozessen ist die Mitgestaltung und Einbindung aller gesellschaftlichen Gruppen ein wichtiges Ziel!

Selbstorganisation

Auch wenn der Gemeindeprozess von externen Profis begleitet wird, so liegt die Hauptorganisation doch beim "Kernteam" vor Ort.

Praxisnähe

Agenda 21 macht Nachhaltigkeit erstrebenswert und auch erleb- und gestaltbar. Nach der "Analyse" werden konkrete für die Gemeinde passende Projekte und Aktivitäten umgesetzt.

Weitere Infos
Ansprechpartner

Regionalmanagement OÖ
Johannes Meinhart

Adresse

Krottenseestr. 45
A-4810 Gmunden

Kontakt

Telefon: +43 664 82838882
Email: johannes.meinhart@rmooe.at

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